23. September 2017 Fritzen

HOOL

Ein so vehementes Debüt, wie es Philipp Winkler mit seinem Hooligan-Roman gelang, hat es lange nicht mehr gegeben. Das Buch, so die FAZ, treffe wie ein Schlag; endlich gäbe es wieder einen Roman, der von deutscher Wirklichkeit erzähle. Das Schauspiel Hannover ließ sich die tolle Story, die vor der eigenen Haustür spielt, nicht entgehen und hat sie dramatisiert.
Heiko ist Hannoveraner Hool, was bedeutet, Braunschweig ist der Feind und das einzig lohnende Ziel heißt, die eigene Rotte berühmt zu machen und Hannover mit Tritten und Schlägen „auf die Landkarte zu setzen“. Winklers Protagonist erzählt von den Schlachten als einzigem Höhepunkt eines öden Lebens. Er berichtet dies in so authentischem Ton, dass alle Welt rätselte, ob der Autor das alles so wirklich erlebt oder einfach einen exzellent recherchierten Roman geschrieben hat. Der Text fasziniert, weil er den Zugang öffnet zu einer verschlossenen Welt hinter den sprachlosen Masken der Gewalt. Ein ungerichteter Zorn tobt in Heiko, den er weder verbergen noch kontrollieren kann. Seine Mutter hat sich aus dem Staub gemacht, der Vater ist ein hoffnungsloser Trinker. Die Hooligans sind wie eine zweite, die eigentliche Familie. Eine Gemeinschaft, mit der man säuft, mit der man prügelt, nach dem Motto: Das Leben ist Kampf!
> Hool ist ein aufwühlend realistischer Roman, einer der packendsten der letzten Jahre. Wie gemacht für die Bühne.

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